Du willst, dass alle dich mögen. Du willst, dass es im Team keine Reibung gibt. Du willst Harmonie. Und genau das ist dein größtes Problem als Führungskraft. Denn Harmonie um jeden Preis ist kein Zeichen von guter Führung. Es ist ein Zeichen von Vermeidung.
Ich bin Sandy Schmutzler – Teamleiterin und Selbständige – eine Frau, die gelernt hat, dass Anecken kein Karrierekiller ist, sondern ein Karrierebeschleuniger. Und ich sage dir: Wenn du als Führungskraft nicht bereit bist, unbequem zu sein, bist du austauschbar.
Wahre Autorität entsteht nicht durch Anpassung, sondern durch Haltung.
Das Problem: Du führst, wie es von dir erwartet wird – nicht wie du es meinst
Kennst du das? Du sitzt im Meeting, hörst einen Vorschlag, der in die komplett falsche Richtung geht – und sagst nichts. Weil du nicht als schwierig gelten willst. Weil du den Frieden wahren willst. Weil du gelernt hast: Gute Führungskräfte sind diplomatisch.
Ich sehe das in meinen Coachings jede Woche: Führungskräfte, die sich verbiegen. Die ihre eigene Meinung runterschlucken, um bloß nicht anzuecken. Die so lange „alle abholen", bis sie selbst nicht mehr wissen, wo sie stehen.
Die typischen Muster
- Du formulierst Feedback so weich, dass es niemand als Feedback erkennt.
- Du triffst Entscheidungen im Konsens – auch wenn du längst weißt, was richtig wäre.
- Du vermeidest schwierige Mitarbeitergespräche aus Angst vor der Reaktion.
- Du sagst „Wir sollten mal darüber nachdenken" statt „Das machen wir so."
Das Ergebnis? Dein Team weiß nicht, woran es ist. Deine Mitarbeiter vermissen Orientierung. Und du? Du bist erschöpft – nicht von der Arbeit, sondern vom ständigen Verstellen.
Die Agitation: Was Anpassung wirklich kostet
Lass mich direkt sein – das hier wird unbequem. Aber genau darum geht es ja.
Du verlierst deine Glaubwürdigkeit
Menschen haben ein feines Gespür dafür, ob jemand echt ist. Wenn du ständig zwischen Positionen wechselst und jedem nach dem Mund redest, vertraut dir niemand mehr. Nicht weil du Fehler gemacht hast, sondern weil du für nichts stehst.
Dein Team wird mittelmäßig
Teams spiegeln ihre Führungskraft. Wenn du Konflikte vermeidest, vermeidet dein Team Konflikte. Wenn du nicht bereit bist, für etwas einzustehen, steht bald keiner mehr für irgendwas ein. Ich erlebe regelmäßig Teams, die nicht performen, weil die Führungskraft zu nett ist und schwierige Gespräche in Endlosschleifen verwandelt.
Du brennst aus – aber nicht wegen zu viel Arbeit
Der größte Energiefresser ist die Inauthentizität. Jeden Tag eine Rolle spielen, die nicht deine ist. Jeden Tag Dinge sagen, die du nicht meinst. Die Antwort auf Überlastung lautet oft: Aufhören, jemand zu sein, der du nicht bist.
Sich zu verstellen kostet mehr Energie als jedes Projekt.
Die Lösung: Anecken lernen – mit Haltung, nicht mit Härte
Anecken heißt nicht, ein Arschloch zu sein. Es heißt: Eine Haltung haben und sie vertreten – auch wenn es unbequem wird. Das ist der Kern meiner Arbeit als systemischer Coach.
1. Finde deine Stimme – bevor du sprichst
Bevor du den Mund aufmachst, frag dich: „Was denke ICH wirklich?“ Nicht was erwartet wird. Wenn du das nicht beantworten kannst, beginnt „My Voice, My Rules“ mit dem Blick nach innen.
2. Kommunikation darf nicht schwammig sein
Hör auf, dich hinter Floskeln zu verstecken. Klare Kommunikation bedeutet: Sag, was du meinst. Direkt. Begründe Entscheidungen, aber rechtfertige dich nicht. Gib Feedback, das ankommt, statt Feedback, das nur nett klingt.
3. Akzeptiere: Nicht jeder wird dich mögen
Die besten Führungskräfte werden respektiert, nicht immer gemocht. Dein Team braucht keine beste Freundin, sondern jemanden, der Richtung gibt. Respekt kommt von Klarheit und Verlässlichkeit.
Mitarbeiter motivieren – durch Echtheit statt Everybody’s Darling
Willst du wissen, wie du Mitarbeiter motivieren kannst ohne Gehaltserhöhung? Sei echt. Sei die Führungskraft, die sagt, was sie denkt. Die Fehler zugibt. Die unbequeme Wahrheiten ausspricht – und gleichzeitig den Menschen dahinter sieht.
Wenn du echt bist, gibst du deinem Team die Erlaubnis, auch echt zu sein. Dann passiert etwas Magisches: Potenzialentfaltung wird plötzlich möglich.
Mein Fazit: Anecken ist kein Risiko – es ist deine Verantwortung
Du bist da, um Wirkung zu erzielen. Wirkung entsteht durch Haltung, nicht durch Anpassung. My Voice, My Rules ist eine Entscheidung. Die Entscheidung, deine eigene Stimme zu finden und sie zu benutzen.
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Häufige Fragen zum Thema Haltung
Indem du anfängst, sie zu benutzen – auch wenn sie zittert. Deine Stimme entwickelt sich durch Nutzung, nicht durch Vorbereitung. Fang mit kleinen Situationen an.
Haltung ist nicht Rücksichtslosigkeit. Wer klar kommuniziert und begründet, gewinnt Respekt. Viel riskanter ist es, sich so lange anzupassen, bis man nicht mehr weiß, wer man ist.
Erwarte ihn. Bereite dich inhaltlich vor. Frag nach: „Was genau siehst du anders?“ Wenn du überzeugt bist, bleib dabei. Wenn nicht – ändere deine Position. Das ist Integrität.
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P.S. – Ich war lange die, die in Meetings genickt hat, obwohl ich dachte: Das stimmt doch hinten und vorne nicht. Irgendwann habe ich angefangen, es zu sagen. Heute ist es mein Markenzeichen. Die Menschen, die ich wirklich schätze, sind genau wegen dieser Klarheit geblieben.